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Nicht mehr ganz neu…

…aber eins meiner Lieblingsprojekte.

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Der Biologe Robert M. Sapolsky will mehr über den Willen zur Macht erfahren. Außerdem interessiert er sich leidenschaftlich für Primaten. Also besorgt er sich ein Forschungsprojekt in Kenia und beobachtet dort über viele Jahre hinweg die Machenschaften einer typischen Pavianhorde. Er möchte herausfinden, welchen Einfluss die Stellung in der Rangordnung auf die Hormonwerte der Tiere hat. Hat man als Alphamännchen wirklich weniger Stress?Aber wie nimmt man einem wilden Pavian Blut ab? Und wie kommt man als verschrobener Sprössling orthodoxer New Yorker Juden allein im fernen Afrika zurecht?

In der abgelegenen Steppe findet Sapolsky ungeheuer viel über das Leben und sich selbst heraus. Die in der Nachbarschaft lebenden Massai beeindrucken ihn, bringen ihn aber auch ständig zur Verzweiflung. Wenn er Zeit hat, reist er in Afrika herum. Sein Blick bleibt dabei immer weit offen – ungetrübt von kitschigen Klischees oder blöden Vorurteilen. Dieser Wissenschaftler ist zu unserem Glück auch ein großer Erzähler. Trocken und saukomisch schildert uns Sapolsky die menschlichen Unzulänglichkeiten und Skurillitäten. Vor allem seine eigenen! Dann wieder schubst er uns unvermittelt in die Wirren des von Idi Amin geschundenen Uganda.

Sein Hauptinteresse gilt jedoch immer den Affen und ihren Verhaltensweisen. Diese Biester sind so verdammt menschlich, dass man oft lieber wegschauen möchte. Sie sind machtgierig, feige und missgünstig. Neugierig und stinkfaul. Behumsen sich gegenseitig, wo sie nur können, und machen sich selbst zu Trotteln, wann immer es geht. Andererseits sind sie durchaus fähig, Freude, Verzweiflung, Liebe und Trauer zu empfinden. Sie schließen Freundschaften, schmieden große Pläne, blasen Trübsal. Einige seltsame Exemplare haben sogar pazifistische Anwandlungen, verzichten freiwillig auf Machtpositionen und genießen ihr Affenleben lieber in aller Gelassenheit. Haben wir Primaten also am Ende vielleicht doch noch eine Chance?

Christoph Waltz hat meine gekürzte Fassung eingelesen und dabei vor allem den trockenen Humor von “Mein Leben als Pavian” zur Geltung gebracht. Reinhören?

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